Die "Lex Siebert" - erstmals in der Rallyegeschichte wird ein Beifahrer Staatsmeister!

Hier findet ihr die orig. Nachricht von Johann Siebert an mich wie er damals STAATSMEISTER wurde:

Lieber Michael

Kurzer Nachtrag zum Staatsmeistertitel ,LEX SIEBERT in tatsächlicher Geschichte:

1970 wurde die Rallye LYON-Chabonnieres- Stuttgart in die öst. Staatsmeisterschaft aufgenommen.
DerJäger Gerhard sagte in Baden beim Heurigen zu mir ,die Hetz könnt ma uns machen dort zu fahren. Er hatte als Rally Fahrzeug eine alte Alfa Gulietta mit km Stand 84 000.
Als einzige Bereifung 4 ältere Spikesreifen sowie jeder 3000 Schilling in den Taschen.Wir gaben die Nennung ab und fuhren
nach Stuttgart den dort warStart und als erste Sprintetappe ein paar Runden auf der Solituede(alte Asphaltrennstrecke).

Als Vorbereitung ... kein Meter Training für diese Rally.
Im Fremdarbeiter Hotel wo wir waren trafen wir Walter Roser, dieser hatte 3Wochen alles trainiert.
Roser hatte aber sein Rallyauto ( Gordini ) nicht bezahlt und so nahm ihn der Eigentümer das Gerät am Vortag desStarts wieder weg.

Roser schenkte uns sämtliche Sonderprüfungsschriebe und sonstige Aufzeichnungen da er diese nicht mehr benötigte, so hatte ich endlich Unterlagen für diese Veranstaltung.

Die Fahrer fuhren die Rundstrecke ohne Beifahrer ,Jäger war die absolute Attracktion in diesem Bewerb bei trockener Asphalt Fahrbahn in abenteuerlichen Driftwinkeln mit den Spikes unterwegs, viele Kommentare der deutschen Zuschauer hab ich noch heute in den Ohren..

So kämpften wir uns durch die Vogesen nach Chabonnieres durch, teilweise durch 4 Meter hohe Schneewände.Dort war die Überraschung groß.
Wir waren die besten Österreicher, noch vor Pöltinger ( Porsche, 3 Wochen Training ).

Unsere Freunde die BMW Werksmannschaft halfen uns immer mit Benzinkanistern aus, wir hatten ja kein Service und wenig Geld.

In der zweiten Hälfte der Rally fielen alle Alfas außer uns aus, d.h. wir hatten ab diesem Zeitpunkt das Alfa Werksservice für uns.
plötzlich hatten wir neue Bremsen ,Reifen und Essen.
Jedenfalls ging dieses Märchen für uns gut aus ,wir wurden 26 gesamt ( ca. 180 Starter ) und zweitbeste Österreicher hinter Pöltinger.

Die nächsten 5 Veranstaltungen fur ich mit Arch. Walter Lux (Porsche Salzburgkaefer ), wir wurden unter anderen beste Österreicher bei der Alpenfahrt.

Die letzte Veranstaltung ( 1000 Minuten ) wollte mich kein Spitzenfahrer am heißen Sitz wegen meiner alleinigen Führung aber alle die mich überholen konnten fielen aus und so geschah das Undenkbare : ein 2 ter Fahrer wurde Staatsmeister.

Meine Unkosten für den Titel : 3000 Schilling, etliche Fahrer verloren Geschäfte oder gingen in Konkurs .
Den Häfn auf hatte auch die OSK wegen des gleichrangigen Wertungsmodus für 1 sten und 2 ten Fahrer. Auf Grund etlicher Proteste kam es zur LEX SIEBERT die Wertung wurde getrennt in Fahrer und Beifahrer.


mit sportlichen Grüßen
Johann Siebert



Ing. Johann Siebert